Über das FAGI

Das Forschungskolleg für Analytischen Deutschen Idealismus der Universität Leipzig, auch FAGI genannt (Forschungskolleg Analytic German Idealism) bildet den Dreh- und Angelpunkt eines international ausgerichteten Netzwerks für Philosophie und wird gegenwärtig durch James Conants Humboldt Projectfinanziert. Das Kolleg organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen in Leipzig. Dazu gehören alljährliche Konferenzen, ein wöchentliches Kolloquium, das im Wintersemester angeboten wird (das Humboldt-Kolloquium), eine Reihe von philosophischen Gesprächen, die über das ganze akademische Jahr hinweg gehalten werden (die Humboldt-Conversations), sowie je zwei vertiefende Seminare im Jahr unter der Leitung von GastprofessorInnen. Ebenso fördert das FAGI ein Forschungsprogramm sowohl für kurze als auch für lange Auslandssaufenthalte von DoktorandInnen, PostdoktorandInnen und ProfessorInnen. Neben Leipzig soll zudem ein kooperatives Netzwerk mit anderen philosophischen Instituten in Chicago, Göttingen, Patras, Potsdam, Tel Aviv, Pardubitz, Frankfurt und am UCL entstehen. In diesem Zusammenhang fördert das Kolleg mindestens eine Konferenz pro Jahr mit jedem der Institute. Schließlich hilft es dabei, eine Vielzahl akademischer Publikationen zu finanzieren, darunter die Buchreihe „Analytischer Deutscher Idealismus“, diese erscheint im Suhrkamp Verlag, sowie die Buchreihe „Berlin Studies in Knowledge Research“, die im Walter de Gruyter Verlag erscheint.

Ziel

Das Forschungskolleg vereint die analytische Philosophie mit dem Deutschen Idealismus – verstanden sowohl als historisch verwurzelte Denktraditionen und als zeitgenössische Formen aktueller, philosophischer Forschungspraxis – in dreierlei Weisen. Zunächst erleichtert es den Dialog zwischen den Forschenden, die sich mit klassischer, deutscher Philosophie beschäftigen und denen, die innerhalb der Tradition der analytischen Philosophie arbeiten. Zweitens ermöglicht das Kolleg eine historisch ausgerichtete Untersuchung sowohl des gemeinsamen Ursprungs, der Annäherungsphasen, als auch der aktuellen Formen von Zusammenführungen beider Traditionslinien. Drittens – und das ist der wichtigste Punkt – bietet es einen Ort, um die Einflüsse beider philosophischer Richtungen aufeinander zu ergründen, vor allem wie sie sich in den Arbeiten derjenigen zeitgenössischen Philosophen auf beiden Seiten des Atlantiks niederschlagen, die sich einer eindeutigen Einordnung in eine der beiden Traditionen verwehren.

 

Entstehungsgeschichte

Das FAGI hat seinen Ursprung in früheren von der Alexander von Humboldt-Stiftung finanzierten Kooperationen: Eine erste Zusammenarbeit bestand über sechs Jahre zwischen Leipzig und Chicago (im Rahmen einiger TransCoop-Preise der Humboldt-Stiftung, die nacheinander James Conant, Sebastian Rödl und Pirmin Stekeler erhielten). Daraufhin folgte für fünf Jahre eine weitere Zusammenarbeit zwischen Chicago, Potsdam und Leipzig (im Rahmen des Anneliese Maier-Forschungspreises, den James Conant erhielt). Während der letzten zwei Jahre wurde diese Zusammenarbeit durch The Idealism Project vertieft – ein Projekt, das von dem Neubauer Collegium an der University of Chicago durch ein Stipendium gefördert wurde, verliehen an James Conant, Robert Pippin und David Wellbery. Das FAGI selbst wurde im Dezember 2012 gegründet und wird zurzeit von Andrea Kern und James Conant geleitet. Sein Gründungsmanifest kann hier eingesehen werden. Seit Juli 2017 finanziert sich das Kolleg hauptsächlich über den Humboldt-Forschungspreis, der mit der von James Conant besetzten Humboldt-Professur an der Universität Leipzig verbunden ist.

 

Forschung FAGI

Die Forschung am FAGI ist vielfältig. Sie umfasst Arbeiten im Bereich der Philosophie des Geistes, der Handlungsphilosophie, der Logik und anderer Gebiete der zeitgenössischen Philosophie. Sie widmet sich der historischen Einordnung und Exegese der Werke von Aristoteles, Kant, Hegel, Frege, Wittgenstein und anderen großen Figuren aus der Philosophiegeschichte. Vor allem aber entwickelt das FAGI Formen der philosophischen Reflexion, die die Forschung in diesen Gebieten der Gegenwartsphilosophie mit einem philosophischen Verstehen vereint, das aus der Aufarbeitung der Errungenschaften der zuvor genannten historischen Meilensteine gewonnen wird.

Direktoren des FAGI

Prof. Dr. Andrea Kern
Professor for Geschichte
der Philosophie at the
University of Leipzig

Prof. Dr. James Conant
Alexander von Humboldt-Professor at the University of Leipzig and Chester D. Tripp Professor of Humanities at the University of Chicago

  • Prof. Dr. Matthew Boyle (Chicago)
  • Prof. Dr. Dina Emundts (Berlin)
  • Prof. Dr. Paul Franks (New Haven)
  • Prof. Dr. Hannah Ginsborg (Berkeley)
  • Prof. Dr. Johannes Haag (Potsdam)
  • Prof. Dr. Matthias Haase (Chicago)
  • Prof. Dr. Patricia Kitcher (New York)
  • Prof. Dr. John McDowell (Pittsburgh)
  • Prof. Dr. Christoph Menke (Frankfurt/M.)
  • Prof. Dr. Robert Pippin (Chicago)
  • Prof. Dr. Sebastian Rödl (Leipzig)
  • Prof. Dr. Tobias Rosefeldt (Berlin)
  • Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer (Leipzig)
  • Prof. Dr. David Wellbery (Chicago)