Über das Humboldt-Projekt

Das Humboldt-Projekt wird von James Conant geleitet. Es ist konzipiert als Gemeinschaftsprojekt zwischen einigen Instituten und Zentren der Philosophie, wobei die intensivste Zusammenarbeit zwischen der Universität Chicago und der Universität Leipzig besteht. Dementsprechend wird Conant seine Zeit zwischen 2017 und 2022 teils in Leipzig, teils in Chicago verbringen. Am 01. Juli 2017 trat Conant die Stelle des Humboldt-Professors für fünf Jahre an der Universität Leipzig an. Um der damit verbundenen Verpflichtung nachkommen zu können, wird er ausschließlich zum Frühlingsquartal jeden Jahres an der Universität Chicago lehren. Zusammen mit Andrea Kern leitet er das FAGI in Leipzig. Zudem ist er Direktor des Zentrums für Deutsche Philosophie an der Universität Chicago. Unter seiner Leitung werden beide Forschungszentren das Rückgrat für ein internationales, philosophisches Netzwerk formen, das von Deutschland über Griechenland, Israel, das Vereinigte Königreich bis in die Vereinigten Staaten reicht.

Ziel

Das Humboldt-Projekt widmet sich der Aufgabe, den Dialog zwischen den Forschenden der klassischen deutschen Philosophie (von Leibniz über Kant und Hegel zu Nietzsche) und denen der analytischen Tradition (von Frege über Wittgenstein bis hin zur Gegenwart) zu vertiefen, um die wechselseitigen Einflüsse beider Traditionsrichtungen zu ergründen. Das Projekt wird von James Conant geleitet. Ihn unterstützen der Fachbereich und die Postdoktoranden des Instituts für Philosophie an der Universität Leipzig. Das Projekt bietet eine finanzielle Basis, um die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Chicago, Leipzig und anderen Zentren philosophischer Forschung weiterzuführen, und um neue Formen der Kooperation mit Instituten zu schaffen, die die Vision einer wechselseitigen Verquickung zwischen beiden Tradition teilen. Zudem finanziert das Projekt Aufenthaltsstipendien und Lehraufträge für Doktoranden, Postdoktoranden und Lehrkräfte aus anderen damit verbundenen Instituten und vereint alle unter einem Dach.

Gemeinschaftsprojekte

Das Humboldt-Projekt fördert und finanziert den universitären Austausch zwischen DoktorandInnen, PostdoktorandInnen und ProfessorInnen. Zudem sponsert es eine Reihe von international ausgerichteten Konferenzen, Workshops and Seminaren, und unterstützt ein Netzwerk von Gemeinschaftsprojekten mit den jeweiligen Partnerinstituten; allen voran mit Chicago, Patras, Potsdam und Tel Aviv. Jedes dieser Projekte ermöglicht neben dem regelmäßigen Austausch von Studierenden und Lehrenden in beide Richtungen mindestens eine Konferenz pro Jahr, die abwechselnd in Leipzig und in der Stadt des entsprechenden Partnerinstituts ausgetragen wird. Schon seit 2006 finden diese Konferenzen und Workshops zwischen Leipzig und Chicago statt. Dank der gemeinsamen Finanzierung einerseits durch das Humboldt-Projekt, andererseits durch das Centre for German Philosophy an der University of Chicago umfasst die Konferenzreihe Chicago/Leipzig jeweils zwei Konferenzen pro Jahr in Chicago und in Leipzig, sowie zwei Graduiertentagungen. Außerdem teilfinanziert das Humboldt-Projekt die Workshops und Konferenzen, die vom German Idealism Network zwischen Tel Aviv und Potsdam organisiert werden. Dazu gehören jährliche Veranstaltungen im Juni in Deutschland und im Dezember in Israel, sowie weitere Veranstaltungen, die vom Action Network for Practical Thought and Good Action finanziert werden. Der Graduiertenworkshop in Göttingen, Leipzig und Chicago, sowie die Konferenzreihe in Patras, Leipzig und Pittsburgh finden jeweils im Juni jeden Jahres statt und werden von dem Humboldt-Projekt unterstützt. Zu den vom FAGI geförderten Projekten gehören zudem die Kooperation und der Austausch von Forschenden und Studierenden mit dem Centre for Ethics as Study in Human Value an der Universität von Pardubice. Des Weiteren unterstützt das FAGI eine gemeinsame Konferenzreihe mit der Universität Frankfurt und eine Reihe von Graduiertenworkshops, die zusammen mit dem Institut für Philosophie am UCL organisiert werden.

Angebote für Forscher

Wir laden Forschende auf allen akademischen Stufen dazu ein, mit den Mitgliedern unseres Instituts zusammenzuarbeiten. So bieten wir Jedes Jahr zwei ProfessorInnen die Möglichkeit nach Leipzig zu kommen, um dort ein vertiefendes Seminar über ihre Arbeiten zu geben. Zudem können sich NachwuchswissenschaftlerInnen und DoktorandInnen über diese Website für ein Postdoc- beziehungsweise für ein Doktorandenstipendium bewerben. Die Stipendien sollen Forschungsaufenthalte in Leipzig über ein bis sechs Monate ermöglichen. DoktorandInnen der Universität Leipzig können sich ebenfalls für monatliche Stipendien bewerben, um als GastdoktorandIn am Institut für Philosophie an der University of Chicago für bis zu sechs Monate zu forschen und zu studieren. Schließlich ermöglicht das Projekt jedem Postdoktoranden und jeder Postdoktorandin, sowie jedem Institutsmitglied aus Leipzig, das dem FAGI während des akademischen Jahres angehört, mindestens einen Aufenthalt pro Jahr an der University of Chicago. Die Dauer dieser Aufenthalte kann zwischen einer Woche und einem ganzen akademischen Jahr betragen.

 

Direktor

Die englischsprachige Philosophie wurde lange Zeit von der sogenannten ›analytischen Tradition‹ bestimmt, wohingegen die zeitgenössische deutsche Philosophie von der sogenannten ›kontinentalen Tradition‹ bestimmt wurde. Der amerikanische Philosoph James Conant ist in beiden Welten zuhause und wird als Brückenbauer zwischen den beiden Traditionslinien angesehen. Zudem gilt er als renommierter Kenner der Geschichte der deutschen Philosophie angefangen bei Kant, über Nietzsche bis hin zu Frege und Wittgenstein. Was die analytische Seite betrifft, so ist er neben Arbeiten zur Geschichte der analytischen Traditionslinie, bekannt für seine Beiträge zu etlichen Teilgebieten der zeitgenössischen analytischen Philosophie, unter anderem zur Erkenntnistheorie (und dort vor allem zum Skeptizismus), zur Sprachphilosophie (mit Fokus auf die Beziehung zwischen Bedeutung und Gebrauch der Sprache) und zur Ästhetik (speziell im Bereich der bildenden Künste). Einen Link zu einem aktualisierten Lebenslauf, zu Downloadversionen einiger ausgewählter Publikationen und zu Repliken auf seine Arbeiten finden Sie hier. Außerdem finden Sie hier eine Übersicht über Audio- und Videomitschnitte von Vorlesungen und Interviews.